Konzept

Das FUTUR 2 FESTIVAL ist ein Laborplatz zur Erprobung zukunftsfähiger Lösungen für Open-Air-Veranstaltungen.

Wir wollen nicht nur einen (meist unzureichenden) Status-quo „verbessern“ oder „optimieren“. Ziel ist ein kreislauffähiges Festival, dessen Ressourcen, in erster Priorität vor Ort regenerativ gewonnen werden bzw. dessen Abfallströme recyclebar sind. Wo dies (noch) nicht möglich ist, werden angefallene Belastungen kompensiert. Wir laden Euch ein, Teil dieser Idee zu werden. 

Die Idee zum FUTUR 2 FESTIVAL entstand im Rahmen einer Session auf dem Green Events Hamburg Barcamp unter Beteiligung der Hamburger Umweltbehörde, Morgenwelt und hejmo.

IDER auf dem FUTUR 2 FESTIVAL 2019

1. ) Pedal-powered Stage

Unsere „Pedal-powered Stage“ wird per Muskelkraft betrieben. Deshalb brauchen wir Euch. Ihr tretet auf unseren Fahrrädern in die Pedale und erzeugt den Strom für die KünstlerInnen auf der Bühne. Je lauter und basslastiger die Musik und je heller die Lightshow, desto höher der Trittwiderstand.

2. ) Solar-powered Stage

Die „Solar-powered Stage“ kommt ganz ohne das Zutun unserer BesucherInnen aus. Mutter Natur versorgt uns „sun-plugged“ mit regenerativ gewonnenem Strom, der in Batterien gespeichert wird. Diese können bis zu 17,5 kW/h speichern. Im letzten Jahr wurden 22.000 Watt Spitzenleistung aus Solarenergie gewonnen. Sollte das nicht ausreichen, steht für den Notfall ein Generator auf Ethanolbasis als Backup zur Verfügung.

3. ) Umweltreporting & Rohstoffkreisläufe

Um unsere Solaranlage optimal zu nutzen und damit die gespeicherte Energie auch wirklich bis in die Nacht reicht, nutzen wir möglichst sparsame Technik und setzen diese auch gezielt ein. Die Grundlage hierfür ist ein umfassendes Energietracking. Daher messen wir alle Verbraucher auf dem Gelände, so wissen wir jederzeit wo wie viel Strom benötigt wird, wo Einsparpotentiale liegen und wie lange unsere Batterien reichen. Die erfassten Daten nutzen wir außerdem für unser Umweltreporting.

Im letzten Jahr wurden am Veranstaltungstag 124kW/h Strom verbraucht, alle aus vor Ort produzierter und nachhaltiger Energie. Es sind – nach dem Aussortieren von recylingfähigem Material wie Glasflaschen – 100 kg Müll angefallen. Das entspricht einer Mülltonne. Es entfielen somit noch 36g auf jede/n BesucherIn. Damit lag das FUTUR 2 FESTIVAL deutlich unter dem Wert vergleichbarer Veranstaltungen. Dennoch ist unser Ziel noch nicht erreicht. Wir arbeiten weiter an unserer Zero-Waste-Vision. Daher sind alle BesucherInnen aufgerufen möglichst wenig Müll in Form von Verpackungen oder Verbrauchsgegenständen mit zum Festival zu bringen und mit uns gemeinsam die Müllbilanz weiter zu verbessern.

Wir erstellen eine umfassende Analyse des CO2-Fussabdrucks unseres Festivals. Das dient der transparenten Erfassung aller Verbräuche, die im Zuge unserer Veranstaltung zustande kommen. Dies beinhaltet die Erfassung des gesamten Ressourcenverbrauchs von Strom, Wasser, kompostier- und recyclebaren Abfällen, (zu vermeidendem) sonstigem Abfall, aber auch den Konsum von Speisen und Getränken. 


4. ) Gastronomie

Die kulinarische Versorgung wird durch Street Food Stände und zwei Bars gedeckt. Hierbei achten wir auf eine ressoucenschonende Herstellung aller Produkte. Das Essen und die Getränke sollen bio, regional und saisonal sein.

Gemeinsam mit dem Wildwuchs Brauwerk aus Wilhelmsburg brauen wir unser eigenen Bio-Bier und versorgen euch mit besten Bio-Schorlen aus dem Alten Land.

Um die Entstehung von Abfällen möglichst gering zu halten, sind alle Caterer dazu angehalten ihre Speisen auf wiederverwertbarem Geschirr zu reichen. Der Getränkeverkauf erfolgt in Pfandflaschen bzw. Bechern.
Alle Caterer sollen mit einem Minimaleinsatz von fossilen Energien auskommen. Externe Stromanschlüsse sind tabu. Gekocht wird via Solarenergie, Holz, Kohle und maximal mit Gas.

5. ) Anreise & Logistik

Bereits die Auswahl des Veranstaltungsortes spielte eine große Rolle für die Klimabilanz des geplanten „Green Events“.  Gesucht wurde deshalb ein Ort, der zentral liegt und für BesucherInnen über eine gute Anbindung an den ÖPNV verfügt. Denn bei der Anreise seid ihr gefragt: wir bitten euch ausdrücklich um eine umweltfreundliche An- und Abreise. 

Möglichkeiten dazu gibt es viele: Für alle Fahrradfahrer stellen wir 2.000 bewachte Fahrradparkplätze zur Verfügung. Auch die Hochbahn bringt euch mit Bahn und Bus direkt bis ans Festivalgelände. Das eigene Auto solltet ihr besser zuhause lassen, denn vor Ort gibt es keine Parkplätze. So sollten wir es gemeinsam schaffen, die Anreise möglichst umweltschonend zu gestalten.

6. ) Lärmemission

Das reguläre Bühnenprogramm wird von 12.00 bis 22.00 Uhr stattfinden. Nach 22.00 Uhr schalten wir – mit Rücksicht auf die AnwohnerInnen und Anwohner – die Bühnenanlage ab und setzen die Veranstaltung noch „bis die geladenen Batterien leergespielt sind“ über Kopfhörer fort.

7. ) Besucheraktivierung

Wir sehen das FUTUR 2 FESITVAL als Laborplatz um nachhaltige Lösungen für OpenAir-Veranstaltungen in der Praxis zu erproben. Gleichzeitig verstehen wir das FUTUR 2 FESITVAL auch als Plattform, um konkrete Vorschläge für einen nachhaltigeren Alltag zu kommunizieren. Dazu haben wir auf dem Gelände die #moinzukunft-Meile integriert. Dort wird des Ausstellungen und verschiedene praxis-orientierte Workshops zum Thema Alternativlösungen für den Alltag angeboten. Ihr könnt euer eigenes Festivalmerch herstellen und euch zum Thema Nachhaltigkeit informieren.

Auch hier liegt unser Fokus auf konkreten Lösungsansätzen und Handlungsmöglichkeiten. Wir wollen euch einladen, den FUTUR 2-Spirit mit nach Hause zu nehmen und mit neuer Inspiration den eigenen Alltag in Sachen Zukunftsfähigkeit unter die Lupe zu nehmen.

8. ) CO2-Kompensation

Unser Headliner Martin Kohlstedt ist nicht nur ein fabelhafter Musiker und Komponist, er hat auch ein Projekt ins Leben gerufen, das den Geist des FUTUR 2 FESTIVALS widerspiegelt und ihn zum perfekten Komplizen für uns macht. 

Kohlstedt, der als Sohn eines Forstamtsleiters bereits als Kind mit vielen freiwilligen Helfern einen kleinen Wald in seiner Heimatgemeinde pflanzte, hat nun dort einen Hektar Land gekauft, um der Natur ein Stück von dem zurück zu geben, was er ihr durch die die vielen Flüge über das Jahr zu Konzerten in fernen Ländern oder die tausende Kilometer unterwegs mit dem Auto abverlangt. Im Frühjahr 2020 soll begonnen werden, diese Fläche aufzuforsten und Bäume zu pflanzen — genau genommen: Einen Baum für jedes seiner Konzerttickets 2019. Das ist natürlich ganz in unserem Sinne und daher schließen wir uns an und unterstützen Martins Projekt, indem wir alle nicht vermeidbaren CO2-Emissionen des FUTUR 2 FESTIVALS erfassen und durch das Pflanzen von Bäumen kompensieren.

Partner

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